"Diese Darstellung ist die wohl populärste in der gesamten Medien- und Instruktionspsychologie. Eine wissenschaftliche Quelle wird man allerdings vergeblich suchen. Begrifflich geraten [.] Sinnesmodalität und Codierung durcheinander. Sehen und Hören sind moifische Aktivitäten, Lesen und Nacherzählen codespezifische Tätigkeiten (verbales Symbolsystem)."
"Im Wesentlichen basiert die Grafik auf einer naiven Summierungstheorie (Ballstaedt, 1990) der Beteiligung von Sinneskanälen (Hören 20%, Sehen 30%, Hören und Sehen 20%+30%=50%). Gleichzeitig lässt sich eine historisch weiter zurückreichende einfache Realismustheorie erkennen, die pädagogische Annahme von der Höherwertigkeit des realen Gegenstandes gegenüber seiner symbolischen Darstellung."
"Die in der Bildungspraxis beliebte, vor allem von Vester (1984) verbreitete und neuerdings durch das sog. Neurolinguistische Programmieren wieder aufgegriffene Typisierung von Lernern nach bevorzugten Modalitäten lässt sich in der postulierten Deutlichkeit und Konsistenz weder empirisch noch theoretisch untermauern. [.] Typisierungen wie "Verbalisierer" und " Visualisierer" leiden auch daran, dass nicht klar ausgewiesen wird, ob es sich um Vorlieben hinsichtlich des Informationsangebotes handelt ( z.B. Text oder Bilder ) oder um Präferenzen hinsichtlich der mentalen Formate und Prozesse ( sprachnahes oder eher bildhaftes Denken)."
Weidenmann, Bernd. Information und Lernen mit Multimedia. , 1995.
