Sprachbilder
Völlig zu Unrecht verbinden die meisten Menschen mit "Visualisierung" nur die grafisch-bildhafte Darstellung. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, per Sprache ein Bild im Kopf zu erzeugen - und darauf kommt es schlussendlich an. Der Zuhörer oder der Lernende müssen den präsentierten Stoff als Bild im Kopf mit nach Hause nehmen.
Verbildlichen per Sprache können Sie durch Metaphern, machmal auch die Herführung eines Wortes aus seiner Geschichte oder durch eine Eigenheit des Schriftbildes. Die folgenden Bilder eignen sich zum Lesen und Hören - sie bieten eine Erklärung und ein Bild, das in Ihrem Kopf entsteht. Eine Bebilderung erübrigt sich. Selbst der Hinweis für das Kleiner-Zeichen kommt mit reiner Sprache aus und benötigt keine Schrift zum Verständnis.
- Stellen Sie sich die Arbeit in einer pflanzlichen oder tierischen Körperzelle wie in einem Baubüro vor: Ein Zeichner hat einen Originalplan erstellt (das entspricht der Erbsubstanz, der DNA), für jeden Bauhandwerker werden daraus Auszüge kopiert (das sind die Botenstoffe in der Zelle, z. B. die RNA) und auf die Baustelle gegeben. Anhand der Einzelpläne erstellt jeder Handwerker seine besondere Arbeit (das ist die Produktion von Proteinen und anderen Stoffen).
- Der Windows-Explorer ist eine Art elektronischer Archivar: er präsentiert Ihnen die von den Programmen abgelegten Dateien in einer lesbaren, strukturierten Form; hilft Ihnen beim Suchen nach alten Schriftstücken und "weiß" wo diese Schriftstücke abgelegt sind.
- In einem Diagramm gibt es eine X- und eine Y-Achse. Die Y-Achse ist senkrecht, die X-Achse verläuft waagerecht. Stellen Sie sich die Beschriftung der beiden Achsen mit den Buchstaben X und Y vor: das Y lehnt sich an den senkrechten Strich der Achse an, damit es nicht "umfällt"; auf dem waagerechten Strich steht breitbeinig das X.
- Die beiden Zeichen < und > für Kleiner und Größer werden oft verwechselt. Stellen Sie sich ein k vor: ein senkrechter Strich und daran das < - k wie kleiner.