Im Buch Vorsicht Bildschirm von Manfred Spitzer (Klett, 2005) kritisiert Spitzer drastisch die übliche Foliendarstellung mit nicht mehr als fünf Punkten und wenig Worten pro Folie. Er führt unter anderem zwei Beispiele an, die ich hier nur sinngemäß und aus dem Gedächtnis nachstelle:


Sinnvolle Folien? Gewiss nicht! Da stimme ich dem Autor zu. Der Autor geht aber wesentlich weiter: er kritisiert, dass Folien Inhalte unzulässig raffen. Natürlich - wenn die Folie ohne den dazugehörigen Vortrag betrachtet wird... So wie jeder Tafelanschrieb für die nachfolgende Schulklasse unverständlich bleibt, weil sie den Unterricht nicht mitgemacht hat. So wie jede Skizze auf der Flipchart nicht zu entschlüsseln ist, weil man in der Besprechung nicht dabei war.
Weder das Lied von der Glocke noch ein umfangreicher Roman lässt sich auf einer Folie darstellen - warum sollte man das auch tun? Ich halte ja einen Vortrag dazu und habe 45 Minuten Zeit, Inhalte zu erzählen. Parallel zu meinem Vortrag kann ich wichtigsten Punkte hervorheben, ich kann die Schauplätze zeigen, die Struktur herausarbeiten - und das alles mag ich auf einer Folie darstellen oder auf einer Flipchart oder auf einer Wandtafel.
28.05.2006
